Zine-Workshop bei Women's Space 2014 (Foto: Pia Streicher)
Zine-Workshop bei Women's Space 2014 (Foto: Pia Streicher)

Die mobilen „Culture & Media Picknicks“ tourten an zwei Terminen (im Oktober 2014 und im Januar 2015) durch ganz Österreich und waren darüber hinaus immer wieder zu Gast in Schulen, Mädchenzentren und bei Festivals (siehe Aktivitäten). Sie umfassten unterschiedliche Workshops, die vom Team und von Kultur- und Medienproduzent_innen geleitet wurden, und boten Gelegenheit zur Diskussion, vor allem aber zum Selbst-Aktiv-Werden und zum Einstieg in die Welt der Grrrl Zines, queer-feministischen Comics und Radical Crafting Projekte.


Die Workshops waren konzipiert für Jugendliche im Alter zwischen 12 und 26 Jahren, wurden für geschlechtergemischte und mädchenspezifische Gruppen angeboten und dauerten etwa drei Stunden bis einen halben Tag.


Auch nach Ende der Projektlaufzeit besteht die Möglichkeit einzelne Workshops zu organisieren (Kontakt).

Comic-Werkstatt

(Foto: Pia Streicher)
(Foto: Pia Streicher)

Mit Ka Schmitz (Comic-Künstlerin aus Darmstadt)


Möchtest du etwas erzählen, neue Welten erfinden, dich und andere zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringen? Liest du gerne Comics? Mach doch mal selber eins!

 

Zum Comiczeichnen braucht es nicht viel. Mit einem Kugelschreiber und einem Blatt Papier lassen sich einzigartige Geschichten erzählen — sogar ohne große Zeichenkünste. Comics können jedoch nicht nur lustige Geschichten zeigen, sondern auch kritisch sein und zum Nachdenken anregen. Manchmal lassen sich die eigenen Gedanken einfach besser zeichnen als aufschreiben. Comics können billig kopiert und zu Heftchen gefaltet werden. Sie lassen sich im Freundeskreis, auf Festivals und Konzerten verteilen, in Zines abdrucken, auf Blogs und Webseiten veröffentlichen. Das macht sie zu einem starken, leicht zugänglichen Medium.


Im Workshop werden wir uns mit den Grundlagen des Comiczeichnens beschäftigen. Wir wollen gemeinsam mit dem Medium Comic experimentieren, Figuren entwickeln, sogenannte Storyboards entwerfen, Geschichten zeichnen, Ideen austauschen und so erforschen, wie man die eigene Meinung zu Papier bringen kann. Zeichenkünste sind kein Hindernis, aber auch keine Voraussetzung!

Mode-Labor

(Foto: Pia Streicher)
(Foto: Pia Streicher)

Mit Stephanie Müller (DIY-Künstlerin, München)


Ein sprechender Rock, Melodien aus der Nähmaschine und gestrickte Graffitis: im Workshop wollen wir uns mit rebellischen Mode- und Handarbeitsprojekten beschäftigen und selbst mit textilen Materialien experimentieren. Traditionell weiblich belegte Nadelarbeiten feiern in Popkultur, Mode und Kunst seit geraumer Zeit Hochkonjunktur. Künstlerisch-kritische Projekte versuchen dem Modediktat, Markenwahnsinn und der globalen Ausbeutung von Textilarbeiter_innen entgegenzuwirken.

 

Im Workshop wollen wir ergründen, was Radical Crafting eigentlich ist und anhand von Beispielen diskutieren, wie Näh- und Handarbeiten genutzt werden können, um ernsthafte Themen sensibel und mit Humor greifbar zu machen. Dafür starten wir ein eigenes Projekt: im gemeinsamen Austausch miteinander entwickeln wir gestickte Botschaften, genähte Zeichnungen oder einfache Accessoires, die sich kritisch mit unserer Konsumwelt auseinander setzen. Eine Auswahl an ausrangierter Kleidung und Recyclingmaterialien (Warnwesten, Gitarrenplektren, Bandagen, Filmbänder, etc.) steht euch beim Experimentieren zur Verfügung. Ihr könnt gerne eigene Dinge und Kleidungsstücke zum Umgestalten mitbringen. Vorkenntnisse im Nähen, Sticken oder Stricken sind nicht erforderlich, denn es geht in erster Linie um freies Ausprobieren. So kann statt genäht auch geklebt oder getackert werden.

Let's make a zine!

(Foto: Pia Streicher)
(Foto: Pia Streicher)

Mit Elke Zobl und Stefanie Grünangerl (Salzburg)

Grrrl Zine Network

Grassroots Feminism


In kleinen, selbstgemachten Heftchen — den sogenannten Grrrl Zines — finden immer mehr Mädchen und junge Frauen eine Alternative zu gängigen Frauenzeitschriften und Mädchenmagazinen. Denn hier können sie selbst bestimmen, welche Themen wichtig sind und gegen sexistische und klischeehafte Darstellungen ankämpfen. Sie schreiben über ihre alltäglichen Erfahrungen und vielfältigen Interessen und protestieren gegen traditionelle Geschlechterrollen, Diskriminierung, Gewalt, Sexismus, Rassismus etc.  Das Grrrl in Grrrl Zines drückt dabei Ärger und Protest aus, aber vor allem auch die Entschlossenheit, nicht länger jemandes „Girl“ zu sein, sondern die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.


Im Workshop wollen wir uns diese Welt selbstproduzierter, feministischer Magazine und Grrrl Zines genauer ansehen und anhand von Beispielen ihre Inhalte, Ziele und auch ihre Vielfalt diskutieren. Es geht vor allem aber um die Produktion: gemeinsam wird in der Gruppe ein eigenes Zine mit unterschiedlichsten Mitteln wie Collage oder Schreibmaschine gestaltet. So erproben wir, wie man Zines dazu einsetzen kann, um Themen, die uns interessieren, zur sprache zu bringen und um das, was uns ärgert, zu kritisieren und mit anderen zu diskutieren.